Untersuchung des Wirkmechanismus der Elektropunktur-Sensibilisierung am „Sanyinjiao“ zur Verbesserung der primären Dysmenorrhoe bei Ratten basierend auf dem Piezo1-Ionenkanal
Ziel war es, den Wirkmechanismus der mittels Elektropunktur sensibilisierten „Sanyinjiao“-Akupunkturpunkte zur Verbesserung der primären Dysmenorrhoe (PDM) zu untersuchen, mit Schwerpunkt auf der Rolle des Piezo1-Proteins in der Wirkung der Elektropunktur. Methoden: 60 weibliche Ratten wurden zufällig in eine Kontrollgruppe (10 Tiere) und eine Modellgruppe (50 Tiere) eingeteilt. Der mechanische Schmerzschwellenwert im Bereich des linken „Sanyinjiao“-Punktes wurde mit dem elektronischen von-Frey-Schmerzmessgerät gemessen. Basierend auf der Veränderungsrate des mechanischen Schmerzschwellenwerts wurden aus der Modellgruppe hoch- und niedrig-sensibilisierte Modellgruppen sowie hoch- und niedrig-sensibilisierte Elektropunkturgruppen mit je 10 Tieren ausgewählt. Ein PDM-Rattenmodell wurde durch kombinierte Injektion von Benzoesäure, Estradiol und Oxytocin erstellt. Die beiden Elektropunkturgruppen erhielten eine Elektropunktur-Intervention am „Sanyinjiao“-Punkt mit 50 Hz, Dauerwelle, 20 min/Tag, an 5 aufeinanderfolgenden Tagen. Die Torsionsreaktionen wurden zur Bewertung der Schmerzintensität aufgezeichnet; Laserstreubildund wurde zur Beobachtung des Uterus-Blutflusses eingesetzt; HE-Färbung zur Betrachtung der pathologischen Morphologie des Uterusgewebes; Methylenblau-Färbung zur Beobachtung der Degranulationsrate von Mastzellen im „Sanyinjiao“-Bereich; Transmissionselektronenmikroskopie zur Untersuchung der ultrastrukturellen Zellorganellen im Uterus; ELISA zur Bestimmung von Prostaglandin E₂ (PGE₂), Prostaglandin F₂α (PGF₂α), Serum-Tumornekrosefaktor-α (TNF-α) im Serum und Uterushomogenat; Western Blot zur Messung der Proteinexpression von Piezo1, CGRP, Tryptase im „Sanyinjiao“-Bereich und Uterus; Immunfluoreszenz zur Detektion von CGRP, Tryptase im „Sanyinjiao“-Bereich; qPCR zur Messung der mRNA-Expression von Piezo1 und COX-2 im Uterus. Ergebnisse: Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigten die Modellgruppen mit hoher und niedriger Sensibilisierung eine erhöhte Anzahl und Bewertung der Torsionsreaktionen (P<0,01), eine verkürzte Latenzzeit der Torsionsreaktion (P<0,01), eine reduzierte uterine Durchblutung (P<0,01), erhöhte pathologische Bewertung des Uterus (P<0,01), erhöhte Mastzelldegranulationsrate (P<0,01), signifikant erhöhte Serum- und Uterus-PGF2α sowie Serum-TNF-α, und das Verhältnis PGF2α/PGE2 (P<0,01), signifikant verringerte Serum- und Uterus-PGE2-Spiegel (P<0,01), erhöhte Proteinexpression von Piezo1, CGRP, Tryptase in der Akupunkturregion sowie erhöhte mRNA-Expression von Piezo1 und COX-2 und ultrastrukturelle Veränderungen im Uterusgewebe (P<0,01). Verglichen mit den Modellgruppen zeigten die hoch- und niedrig-sensibilisierten Elektropunktgruppen eine Umkehrung der genannten Parameter (P<0,01, P<0,05); die hochsensible Elektropunktgruppe zeigte eine ausgeprägtere Verbesserung (P<0,01). Fazit: Die Elektropunktur an „Sanyinjiao“ kann unter verschiedenen Sensibilisierungszuständen effektiv Schmerzen bei PDM-Ratten lindern, wobei der Effekt in der hochsensiblen Gruppe besser ist. Der Mechanismus ist abhängig vom Sensibilisierungszustand des Akupunkturpunkts und erfolgt vermutlich durch Regulation der Piezo1-Expression im Punktbereich, Hemmung der Mastzelldegranulation und neurogener Entzündungsreaktionen sowie Herunterregulierung des Piezo1/COX-2/PGs-Proteinsignalwegs im Uterus, wodurch die Freisetzung von Entzündungsfaktoren gehemmt und eine schmerzstillende Wirkung erzielt wird. 【Schlüsselwörter】 Elektropunktur; „Sanyinjiao“; primäre Dysmenorrhoe; Piezo1; Akupunkturpunktsensibilisierung